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 6 April 2006     Weltweit
Globaler Bericht - ICEM Weltkonferenz für die Gummiindustrien - 2006





Die Reifenindustrie ist einer der Sektoren der ICEM mit der stärksten Marktkonzentration, allein die drei größten Reifenkonzerne haben einen Marktanteil von 53%.

Mit unserem globalen Bericht zur Lage in den Gummiindustrien wollen wir allen unseren Mitgliedsorganisationen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage, mögliche Entwicklungen in den unterschiedlichen Märkten und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt und damit auf das konkrete Leben der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften verschaffen.

Dabei fallen bereits heute einige zentrale Entwicklungen ins Auge. Die in allen Industriesektoren feststellbare Tendenz Produktion wo möglich in so genannte Billiglohnländer zu verschieben, wird zum einen überdeckt durch die stark wachsende Nachfrage nach Gummiprodukten und hier insbesondere nach Reifen, hier greift der seit Mitte der 90ziger Jahre erwartete Nachfrageboom aus China.

Zum anderen sind Gummifirmen der Automobilzulieferindustrie häufig im Rahmen der Just-in-time-Konzepte räumlich in unmittelbarer Nähe der Autofabriken zu finden. Anders ist die Einhaltung zeitgenauer Anlieferung der unterschiedlichsten und sehr flexiblen Stückanforderungen gar nicht umsetzbar. Gerade in diesem Segment der Gummiindustrien ist darüber hinaus feststellbar, dass eine immer größer werdende Kombination von Gummi- mit Metallteilen und empfindlichster Elektronik, aber auch mit Textilien und Geweben in den Unternehmen Einzug hält.

Die Abgrenzung einzelner Industriebranchen zueinander wird dadurch immer fließender. In vielen Ländern und Regionen organisieren sich die Gewerkschaften nach Branchen, mit dem zunehmenden Verschwimmen klarer Industrieabgrenzungen wird die Koordinierung der Vertretung der Arbeitnehmerrechte zwischen einzelnen Gewerkschaften, sowohl national, als auch international deshalb notwendiger denn je.

Der Bericht beschäftigt sich darüber hinaus auch mit der Entwicklung der Rohstoffpreise, die seit 2005 stark gestiegen sind und ein Ende scheint nicht absehbar.

Aber auch die tagtäglichen Anforderungen an die Arbeit der Gewerkschaften vor Ort werden in dem Bericht ausführlich behandelt. Tarifverhandlungen, Streiks oder Betriebsschließungen sind bereits bekannte Aspekte, immer drängender wird jedoch die Auseinandersetzung um den Einsatz von Leiharbeitnehmern. Gerade die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass dort, wo engagierte Arbeitnehmervertreter versucht haben diese neue Gruppe von Beschäftigten zu organisieren mit bislang ungekannter Härte von den Arbeitgebern unter Druck gesetzt wurden.

Ferner zeigt der Bericht anhand einzelner Fallbeispiele, dass dort wo Unternehmensführungen Betriebe schließen wollten, weil ihnen der Profit nicht hoch genug war und die Beschäftigten die Betriebe in Eigenregie fortführen, dies Arbeitsplätze langfristig sichern kann.

Insofern soll der Bericht auch Mut machen und Anregungen geben für den gewerkschaftlichen Kampf vor Ort.



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